300 Pfund Dynamit
Memo Gonzalez & The Bluescasters boten in Roth eine atemberaubende Show
Roth
There is a party in your pants, when you listen to this," versprach Sänger und Harpspieler Memo Gonzalez zu Beginn seines - vom Publikum in der Wunder Bar Enthusiastisch gefeierten - Konzertes mit den Bluescasters. Er sollte Recht behalten.
Bereits zu Beginn legten die fünf Musiker ein hohes Tempo vor und zeigten, wohin die nächsten drei Stunden führten: Eine hochexplosive Mischung aus Rhythm & Blues, Texas Shuffle, Swing und Chicago-Blues, gepaart mit einer ordentlichen Prise Soul und Rock'n'Roll, mitreißend vorgetragen von einer Band, der außer unübersehbar superben musikalischen Qualitäten auch noch eine wahrhaft atemberaubend Show zu bescheinigen ist.
Eindeutiger Mittelpunkt des Geschehens war der Texaner Memo Gonzalez. Egal, ob er nun mit rauchig-aggressiver Stimme bei schnellen Nummern die Stimmung anheizte, in den wenigen langsamen Songs die erstaunliche Wandlungsfähigkeiten seiner Stimme unter Beweis stellte oder mit seinem exzellenten Harpspiel Akzente setzte, dieser Mann war vom ersten Augenblick an nicht zu bremsen.
Mit besten Entertainerqualitäten ausgestattet, nie um witzige Kommentare verlegen und trotz seiner knappen 300 Pfund ständig in Bewegung, hob Memo Gonzalez die Distanz zum Publikum restlos auf.
Obwohl er eindeutig der Mann des Abends war, stand ihm die Band in nichts nach. Bei den perfekt abgestimmten Bluescasters konnte sowohl der ebenso virtuose wie akrobatische Kai Strauss an der Gitarre, wie auch Thomas Feldmann mit ausgelassenem und filigranen Saxophonspiel überzeugen.
Dahinter sorgten Ralf Nackowitsch am Schlagzeug und Erkan Özdemir, der bei der Zugabe unter Beweis stellte, daß sich nicht nur Gitarrensaiten, sondern auch wesentlich dickere Baßsaiten scheinbar mühelos mit Zunge und Zähne bearbeiten lassen, stets für ein energiegeladenes Fundament.
So war es auch kein Wunder, daß das Publikum, in ausgelassener Partystimmung, noch über zwei regulären Programmstunden vehement Zugaben forderte, die prompt mit weiteren 45 absolut mitreißenden Minuten beantwortet wurden.
H. S.